| Kommentare zum Schreiben 'Die Vielsager' |
Das Schreiben wurde auch verschickt unter den Titeln "Working-Poor sterben früher", "Wir sind bekindert", "Working-Poor gefährdet die Gesundheit". Einige der untenstehenden Kommentare wurden auf ein früheres, vergleichbares Schreiben gegeben. Die Autoren der Kommentare sind hier bewusst anonymisiert.
| DL, parl |
Ich habe Verständnis für die Verbitterung, die aus Ihren Worten spricht und weiss, dass auch das von mir Gesagte Ihnen Ihre individuelle Situation nicht verbessern kann. Es ist ein schwer zu tragendes Schicksal, als ausgesteuerter Familienvater höchstens noch als „Working poor“ eine Erwerbsarbeit zu finden. Hinzu kommt, dass Sie in dieser Situation weiterhin von der Sozialhilfe abhängig sind, wenn Sie Ihrer Familie ein menschengerechtes Auskommen bieten möchten.
Ich darf Ihnen aber versichern: Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht an der Einkommenshöhe aus Erwerbsarbeit. Sie haben einen wertvollen Beitrag für das Gedeihen unseres Landes geleistet, wenn Sie sich weiterhin um Aus- und Weiterbildung aktiv bemühen, sich unverdrossen weiter bewerben, und wenn Sie sich dabei auch noch der Verantwortung für die wirtschaftliche Versorgung Ihrer Familie stellen – gerade auch dann, wenn Sie sich nicht scheuen, hierzu staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn intakte Familienverhältnisse, die auch in schwierigen Zeiten nicht zerstört werden, sind der allerwichtigste Erfolgsfaktor dafür, dass unser Land einer guten Zukunft entgegen strebt.
Gerne möchte ich Sie dazu motivieren, die kostenlosen Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen Ihres Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) in Anspruch zu nehmen. Diese stehen Ihnen auch nach Ihrer Aussteuerung zur Verfügung. Ihr RAV-Berater kann Sie bei eventuellen Zusatzausbildungen und der konkreten Stellensuche aktiv begleiten und unterstützen.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft Ihrer Familie alles
Gute. |
| US, parl |
Guten Morgen und besten Dank – ich nehme Ihren Beitrag mit in die Diskussion
um die Kinderzulagen, die nächste Woche in das hoffentlich positive
Schlussrunde geht. |
| JG, parl |
Ich möchte Ihrem Mail keinen Kommentar beifügen. Ich kann Ihren Unmut
verstehen. Sie wissen über die Windungen in der Politik sehr gut bescheid.
Ich hoffe für Sie, dass Sie bald wieder eine Arbeit verrichten können, die
Sie befriedigt. Die Zahlenspiele, die Sie aufgeschrieben haben, funktionieren
eben doch nicht so richtig - die reale Situation ist halt etwas
differenzierter. Versuchen Sie es doch einmal in der Lokalpolitik, in einer
Partei, welche in etwa Ihre Gesinnung vertritt und Sie werden merken, dass
Sie etwas bewegen können, wenn sie wollen. |
| JF, parl |
Ich weiss nicht, ob Sie auf Ihr Schreiben eine Antwort erwarten. Eine solche zu geben, ist nicht ganz einfach, da Worte angesichts der beschriebenen Realität sehr rasch platt und billig wirken. So beschränke ich mich darauf, Ihnen und Ihrer Familie zu wünschen, dass sich die Bitterkeit angesichts der bestehenden Machtverhältnisse nicht in Ihre Seelen frisst.
Alles Gute! |
| MS, parl |
Ich finde Ihre Situation sehr tragisch. Nicht zuletzt werden die Löhne auf dem Schweizer Arbeitsmarkt wegen der großzügigen Regelung des Freien Personenverkehrs stark gedrückt. Leider gibt es in der Schweiz viel zu viele Leute, die sogar eine weitere Öffnung wünschen und sogar die Kohäsions- Gelder an die Ost (Mafia) im nächsten November befürworten. Der Preis dafür sind mehr Arbeitslose, schlechtere Sozialhilfen u.s.w.
Sorry, dass
ich nicht auf all die Themen eingehen kann. |
| GB, parl | Mit Interesse habe ich Ihr Mail zur Kenntnis genommen. Da
ich Ihren Fall nicht kenne, kann ich Ihnen selbstverständlich auch keine
Ratschläge geben. Was der von Ihnen erwähnte durchschnittliche Einkommenswert anbelangt, nur soviel: die Zahl dürfte mathematisch stimmen, da natürlich die auch zahlreich vertretenen höheren Einkommen den Wert nach oben heben. |
| CMB, parl | Warum um Himmels Willen finden Sie bei Ihrem Intellekt und mit Ihrer Sprachbegabung denn keine Stelle? |
| KR, parl |
Besten Dank für Ihr Mail, das mir konkret aufzeigt, wie schwierig es für
viele Familien geworden ist. Ich werde die Informationen in unsere
politische Arbeit für die Verbesserung der Situation der Familien
selbstverständlich einbeziehen. |
| TC, parl | Herzlichen Dank für den Text. Ich habe ihn mir bereits ausgedruckt und freue mich auf die Lektüre. |
| LMS, parl |
Ich danke Ihnen für Ihre Zeilen und ich teile Ihre berechtigte Sorge. Ich habe vor einiger Zeit untenstehende parlamentarische Initiative eingereicht, ein erster Gesetzesentwurf wurde mittlerweile in die Vernehmlassung geschickt und ich verspreche mir, dass die Gesetzesvorlage noch in dieser Legislatur eine erste Bearbeitung erfahren wird. Dennoch mache ich mir nichts vor – es wird äusserst schwierig sein, im heutigen Parlament eine Mehrheit für diese Vorlage zu finden. Nach wie vor setze ich mich ein, dass Familien in der Erbringung ihrer familialen Leistungen nicht eingeschränkt werden und eine Wahlfreiheit zwischen den verschiedenen Modellen (Erziehungs- und Betreuungsarbeit oder Doppelerwerbstätigkeit) haben. Auch teile ich Ihre im Brief ... aufgeworfene Frage des Abhalteeffekts. Eigentlich sollte sich Erwerbstätigkeit lohnen. Angesichts der sehr hohen Kinderbetreuungskosten wissen wir, dass der Abhalteeffekt nicht nicht nur Familien mit tieferen Einkommen trifft, sondern auch jene mit höheren Einkommen, die keine Ermässigungen erhalten. Auch für diese lohnt sich die Doppelverdienerstrategie nicht. Dennoch ist die Situation der Familien in tieferen Einkommenslagen um vieles gravierender – und hier setze ich auch mit meiner Initiative an. Ich weiss, für Sie und Ihre Familie ist dies ein schwacher Trost.
Ich wünsche Ihnen in Ihrer sehr schwierigen Situation Zuversicht und hoffe
sehr, dass sich Ihre persönliche Erwerbssituation
innert nützlicher Frist klärt. |
| EB, parl |
Gerne lasse ich
Ihnen die Bemühungen der CVP zukommen. Für eine nachhaltige Gesellschaftspolitik ********************************************* Die CVP Fraktion hat anlässlich ihrer Retraite in Luzern die Familienpolitik der CVP Schweiz intensiv diskutiert und Prioritäten gesetzt. Die Legislaturhalbzeit bietet sich als idealer Zeitpunkt an, um sich eine Übersicht über die erfüllten, hängigen und nicht erfüllten Postulate der CVP zu verschaffen. Die CVP Fraktion sieht die Familienpolitik nicht als blosse Subventionspolitik, welche das Bundesbudget belastet. Im Gegenteil, die Politik, welche die CVP verfolgt, richtet sich bezüglich Verantwortlichkeit an die ganze Bevölkerung und erhält dadurch eine gesellschaftliche Dimension. Eine nachhaltige Gesellschaftspolitik umfasst verschiedene Bereiche. Die CVP hat folgende Prioritäten festgelegt: 1. Wir bekämpfen die Steuerdiskriminierung von verheirateten Paaren und fordern die Gleichstellung verheirateter Paare mit Konkubinatspaaren. 2. Die Rahmenbedingungen müssen den Familien in der Schweiz ermöglichen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Dafür hat sich die CVP bereits für die Anstossfinanzierung für Krippenplätze eingesetzt. Die CVP unterstützt einheitliche Kinderzulagen auf Bundesebene sowie die Pa. Iv. von NR Kathy Riklin, wonach die Kantone ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesschulen bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit gewährleisten müssen. 3. Wirtschaft und Arbeitgeber sind gefordert, Arbeitsmodelle anzubieten, welche jungen Eltern ermöglichen, Kinder zu erziehen und weiterhin (teil-)erwerbstätig zu bleiben. 4. Eltern brauchen je nach Familienphase gezielte Unterstützung oder Entlastung; diese ist subsidiär auszugestalten. Auf Bundesebene besteht noch Handlungsspielraum im Bereich der Weiterbildung und des Wiedereinstiegs nach der Kinderphase. 5. Die Tendenz, welche sich vom traditionellen Rollenverständnis (Vater ist berufstätig, Mutter betreut die Kinder) wegbewegt zu einem modernen "Familienunternehmen" (beide Eltern möchten berufstätig sein) versteht die CVP als Chance. Entscheidend für die CVP ist, dass den Eltern die Wahlfreiheit bezüglich der Organisation des Familienlebens offen steht.
Fazit: Eine
nachhaltige Gesellschaftspolitik muss stets die gesamte Bevölkerung –
Erwachsene mit und ohne Kinder – im Fokus haben. Bei der Umsetzung müssen
sowohl das Subsidiaritätsprinzip sowie die Eigenverantwortung im Zentrum
stehen, damit die Familienpolitik nicht als reine Subventionspolitik
verstanden wird. Die CVP setzt sich für eine Gesellschaftspolitik ein, die
ihren Namen verdient, indem Politik und Gesellschaft ihre Verantwortung
wahrnehmen. |
| AG |
ich bin ganz
der Ansicht von Leonhard Fritze. Ich finde es gut, dass sie sich wehren. Ich
versuche den Studierenden solche Missstände Nahe zu bringen |
| UM | vielen Dank für Ihren eindrücklichen Text. Ich wünsche Ihnen - trotzallem -alles Gute. |
| SB, Presse | Herzlichen Dank für ihre ausführlichen Gedankengänge und
Denkanstösse. Ich habe Ihr Mail an die Redaktion weitergeleitet, ich könnte
mir vorstellen, dass dies ein Thema ist, dem wir im Magazin nachgehen
könnten. Versprechen kann ich Ihnen allerdings nichts, da die Redaktion
unabhängig über den Magazin-Inhalt entscheidet. |
| M |
Sie bringen
auf den Punkt, was auch in Deutschland sehr um sich greift und wohl erst den
Anfang darstellt, die Wurzeln dessen aber weiter zurückliegen, als manche glauben. |
| DS | Ich weiss gar nicht,
warum Du dich über diese Probleme derart ereiferst. Das ist doch erst der
Anfang. Schau mal, wie in Deutschland Leute wie Du ver-Hartzt werden. |